Jahresrückblick 2025

Vorgeschichte

Per 1. Januar 2025 hat ein neues Leitungsteam (Marianne Jossi, Adrian Bacher und Carlo Biffi) den Kulturkreis Rohrdorf ohne Programm für das Jahr 2025 übernommen.

Im Dezember 2024 wurde noch darüber diskutiert, eine Kulturkommission ins Leben zu rufen. Nach reiflichen Überlegungen entschied sich das Leitungsteam zur Beibehaltung des bisherigen Systems.

Die aktuelle Form des Kulturkreises ist die kostengünstigste Lösung für die Gemeinde. Die Veranstaltungen sind überdurchschnittlich gut besucht. Mit den gleichen Ausgaben für die Gemeinde ist ein mehr als doppelt so grosses Programm für die Gemeinde möglich.

Interne Organisation

Buchhaltung, Mitgliederdatei, Homepage, Datenablage etc. wurden bisher separat geführt. Entsprechend fielen Kosten an für ein Buchhaltungsprogramm, die Homepage usw.. Wir haben mit Clubdesk eine Software eingeführt, die alle Dateien inkl. Homepage in einem System vereint und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, dass alle aus dem Leitungsteam jederzeit Zugriff zu allen Daten haben. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass grösserer Schaden entsteht, wenn eine wichtige Person im Ablauf ausfällt. Das heisst jeder kann jederzeit Einblick nehmen in die Buchhaltung, Verträge und Notwendiges erledigen. Und natürlich sind wir nach so kurzer Zeit noch nicht so weit, alle Sachen optimal zu nutzen und zu beherrschen.

Zurzeit sind wir damit beschäftigt den Newsletter für Interessierte im System zu integrieren, damit dieser direkt mit der Mitgliederkartei verbunden ist und aus dem System heraus generiert werden kann. Aufs Jahr 2027 möchten wir den digitalen Ausweis für das Jahresabonnement einführen. Damit erhalten unsere Abonnenten den Ausweis auf ihr Handy. Dafür sammeln wir aktuell die entsprechenden Daten resp. Handy-Nummern. Wer kein Handy nutzt, kann weiterhin den Abo-Ausweis in Printform erhalten.

Werbung

Im Werbebereich versuchen wir, vermehrt online präsent zu sein. Nebst verschiedenen Veranstaltungskalendern, Reussbote, Badener Tagblatt, Deinbaden, Eventfrog haben wir einen Account auf Instagram, wo wir unsere Veranstaltungen ankündigen und Berichte und Fotos darüber veröffentlichen. Wir hoffen, so auch ein jüngeres Publikum ansprechen zu können.

Dieser Aufwand hat sich in den Arbeitsstunden entsprechend bemerkbar gemacht. Auch das Vertraut werden mit der Clubdesk Software erforderte intensive Arbeit. Das 2025 forderte aber auch bezüglich Programmgestaltung. So mussten wir einerseits in kurzem Zeitraum noch etwas auf die Beine stellen für das laufende Jahr und uns gleichzeitig um die Planung für 2026 kümmern. Eine weitere Herausforderung war die Einarbeitung in die Ausarbeitung von Anträge für Unterstützungsgelder und Sponsoring. Die Planung für 2026 hatte klar aufgezeigt, dass ein vielseitiges Programm ein grösseres Budget voraussetzt. Aus diesem Grunde gelangten wir erstinstanzlich an den Gemeinderat mit einem Gesuch und stellten anschliessend an der Gemeindeversammlung einen Antrag zur Erhöhung des jährlichen Beitrages an den Kulturkreis. Christoph Häfeli und Max Mayer möchten wir für ihre unterstützenden Voten bestens danken. Der Antrag wurde mit grossem Mehr angenommen. Für das geschenkte Vertrauen bedanken wir uns herzlich.

Hier möchten wir auch einen herzlichen Dank ans Aargauer Kuratorium, Migros Kulturprozent, die Raiffeisenbank Mutschellen und die Gemeinde Niederrohrdorf aussprechen. Ohne diese Unterstützungen gäbe es den Kulturkreis Rohrdorf, so wie er heute ist und lebt, nicht.

Zwischenzeitlich haben wir aufgrund der Erfahrungen dieses Jahres und im Austausch mit anderen Kulturorganisationen Checklisten erstellt und hoffen so, das nächste Jahr etwas ruhiger angehen zu können.

Leider wird es in unserem Leitungsteam auch Veränderungen geben. Adrian Bacher wird im Laufe des nächsten Jahres aus beruflichen und familiären Gründen aus dem Leitungsteam zurücktreten. Für die geleistete Arbeit möchten wir uns herzlich bedanken.

Heinz Jossi wird uns die Betreuung der Homepage und die Clubdeskbetreuung übernehmen. Inês Araujo wird alle Flyer gestalten. Beide waren bereits dieses Jahr im Helferteam mit dabei.

Ein gelungener musikalischer Auftakt
Zweiteiliges klassisches Kirchenkonzert vom 9. Mai 2025

Mit dem klassischen Kirchenkonzert vom 9. Mai 2025 wagte das neue Leitungsteam des Kulturkreises Rohrdorf gleich mit seiner ersten Veranstaltung, neue Akzente zu setzen. Dem Publikum, das in überdurchschnittlich grosser Anzahl erschienen war, wurde ein musikalischer Weltklasseanlass vom Feinsten geboten.

Thomas Räber, Trompete, interpretierte mit viel Gefühl und grossem Atem, einer brillanten Tonqualität auch in höchsten Lagen und in virtuosen Passagen. Er ist ein grossartiger Meister seines Instrumentes, der in seiner musikalischen Gestaltung, dem warmen Schönklang und der Leichtigkeit in der Virtuosität, Erinnerungen an Maurice André, einen seiner Lehrer, wach werden lässt.

Begleitet wurde er an der Orgel von Irena Zeitz, Konzertorganistin. Die Wahl ihrer Zwischenspiele war von grosser Sorgfalt geprägt. Mit dem Concerto für Orgel zeigte sie das ganze Spektrum der Orgel eindrücklich. Sie widmete sich ihrem Part mit grosser Hingabe und Gestaltungskraft.

Thomas Räber und Irena Zeitz waren eine grossartig harmonierende Künstler Kombination, die das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton fesselten. Dies wurde mit grossartigem Applaus belohnt.

Im zweiten Teil nach der Pause ein weiteres Highlight mit Pavlos Kanellakis, Gitarren. Er startete mit Sound of Silence, einem wunderschönen Arrangement für Gitarre. Die ersten drei Stücke spielte er auf einer romantischen Gitarre, gebaut von Aubert 1820, dann wechselte er auf eine Konzertgitarre von David Rubio, gebaut 1983.

Seine Interpretationen waren von unglaublicher Spannweite in der Dynamik und dem Tonfarbenreichtum der Gitarre, von spannender und berührender agogischer Gestaltung und mit faszinierender, atemberaubender Virtuosität vorgetragen. Er ist ein Gitarrenvirtuose, der sein Instrument in seiner ganzen Vielfalt, wie ein Orchester spielen kann und gehört zur Weltspitze.

Mit dem letzten Stück setzte er dem Konzert, mit der perkussiven Verwendung der Gitarre, und indem er seiner Emotionalität und Spielfreude freien Lauf liess, einen fulminanten Schlusspunkt. Das Publikum bedankte sich mit riesigem Applaus.

Kleines Filmfestival vom 18. und 19. Oktober 2025

Das schöne Wetter hat die Menschen noch einmal in die Natur gelockt. So lagen die Besucherzahlen unter den Erwartungen des Leitungsteams. Die Stimmung im Saal war gut. Beeindruckend war die riesige Leinwand und die gute Qualität des Bildes, die ein schönes Kinofeeling erzeugten.

Die Rückmeldungen zur Veranstaltung waren positiv. Vereinzelt gab es Menschen, die sich dafür bedankt hatten, dass der Kulturkreis ihnen einmal einen Kinobesuch im Dorf ermöglicht hat. Auch wurde die Apérobar rege genutzt, was die Menschen ins Gespräch miteinander brachte.

Gefreut hat das Leitungsteam, dass sich auch jüngeres Publikum eingefunden hat. Ein besonderer Dank gilt den jungen Helferinnen und Helfern, Inès und Beatriz Araujo, Sven Brauchli, Eva Pineider, Cédric Widmer, Livia Bacher und Sebastian Jossi, die mit grossem Engagement an der Apérobar mitgewirkt und für ein gluschtiges Kuchenbuffet gebacken haben. Ein spezieller Dank gilt Inès Araujo, die für den Kulturkreis einen schönen Flyer für das Filmfestival kreiert hat und auch den Flyers für die Flamenco Tanzshow vom 21. November gestaltet.

Flamenco Tanzshow vom 21. November 2025

Mit sehr feingliedrigen, grazilen Bewegungen begann der erste Tanz, abgestimmt mit entsprechender Beleuchtung und Farbtupfern durch die Accessoires entwickelte sich das Ganze zu einem expressiven Tanz. Rund 120 Gäste wurden auf magische Weise aus dem kalten Novembergrau ins warme, milde Spanien versetzt. Fast fühlte man sich inmitten einer mediterranen, lebensfrohen Fiesta mit ausgelassenen, fröhlich feiernden Menschen.

Mit selten gehörter Feinheit in der musikalischen Sprache des Flamenco begleiteten die beiden Gitarristen in virtuoser Innigkeit. Margret Spaar verstand es, sich mit ihrem berührenden Vibrato in die Herzen der Zuhörer zu singen. Ein gekonnter Einsatz des Cajón einerseits als Unterstützung der tänzerischen Expressivität, aber auch als Soloeinlage in überzeugender Virtuosität entlockte dem Publikum Applauseinlagen.

Es war eine Flamenco Show der Extraklasse. Diego Gónzalez López verstand es als Choreograph, eine vielschichtige, abwechslungsreiche Show zu gestalten mit grosser Liebe zum Detail. Die perfekten Lichteinstellungen von Megatron rundeten das ganze ab. Gónzalez López ist Leiter von Vientos del Sur - Südwind, er agierte auch als grossartiger Solotänzer und führte zwischen den Stücken mit Texten von Garcia Lorca und kurzen, informativen Erzählungen zu den verschiedenen Stilen des Flamenco durch das Programm. Christina Spaar ebenfalls als Solotänzerin rundete das Ganze mit ihrer grazilen Leichtigkeit perfekt ab.

Es war ein grossartiges tänzerisches Highlight und eine Augenweide dazu. Tänzer und Tänzerinnen, die in ihrer tänzerischen Lebensfreude förmlich explodierten. Und dies alles in einer farbenfrohen, tänzerisch rhythmischen Perfektion. Mit Standing Ovation überzeugte das Publikum die Tanztruppe für Zugaben, die nichts unerfüllt liessen.

Für die Besucher wie für das Leitungsteam des Kulturkreises war es ein fulminanter, gelungener Abschluss des Jahresprogramms 2025.